PRINCE OF THE CITY
(USA, 1981)
Die Cinemathek der Süddeutschen Zeitung, die ja überwiegend Filmklassiker noch mal im Nice-Price-Segment anbietet, hat mit Sidney Lumets PRINCE OF THE CITY von 1981 mal eine echte Premiere am Start, denn den Film gibt es weltweit noch nicht auf DVD ? netterweise auch mit Originalton versehen und in guter Bildqualität. Eine äußerst erfreuliche Premiere, denn PRINCE OF THE CITY ist der beste Copthriller überhaupt, basierend auf der wahren, von Robert Daley aufgezeichneten Geschichte des Cops Bob Leuci, wo es um die Untersuchungen hinsichtlich von Korruption bei der Polizei von New York City geht. Treat Williams spielt hier den Drogenfahnder Daniel Ciello ? sicher neben seinem Auftritt in ES WAR EINMAL IN AMERIKA seine stärkste Rolle ?, der aufgrund seiner unorthodoxen Methoden bei der Aufklärung von Drogendelikten zusammen mit seinen Kollegen in das Visier eines unabhängigen Ermittlungsausschusses gerät, der das für Korruption hält, während Ciello und Co. das alles eher pragmatisch sehen, denn der Erfolg gibt ihnen schließlich Recht. Allerdings hat Ciello zusehends Probleme mit dem moralischen Zwiespalt bei der Ausübung seines Jobs und will reinen Tisch machen, bringt dabei aber eine nicht mehr kontrollierbare Lawine in Gang, die ihn und seine Kollegen unter sich begräbt. Lumets brillanter, extrem realistischer und trotz seiner Länge von 160 Minuten ? was eher mal gefühlten 90 Minuten entspricht ? ungemein spannender Film bemüht sich dabei um eine ambivalente Darstellung des persönlichen Dramas von Ciello, der seine Freunde zwar nicht verraten will, aber immer mehr zum hilflosen Spielball der Justiz wird, die ohne Rücksicht auf menschliche Verluste die Korruption eindämmen wollen. Dabei geht es natürlich auch um die schwierige Frage des Ermessungsspielraums der Gesetzeshüter, die letztendlich nichts Böses wollen, aber ganz klar gegen das Gesetz verstoßen ? und der Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel. PRINCE OF THE CITY ist ein persönlicher Lieblingsfilm und da geht mir das Prädikat Meisterwerk eh sehr leicht über die Lippen, denn Lumet hat hier wirklich exzellente Arbeit geleistet und bricht dem Zuschauer mit dieser Geschichte, wo es keine wirklichen Antworten gibt, nur schreckliche Alternativen, beinahe das Herz. Übrigens elegant gefilmt vom späteren DOOM-Regisseur Andrzej Bartkowiak, der vielleicht besser einfach hinter der Kamera bleiben sollte. |