SAINT MARTYRS - STADT DER VERDAMMTEN(Kanada, 2005)
SAINT MARTYRS - STADT DER VERDAMMTEN (MC One) ist das Spielfilmdebüt des Kanadiers Robin Aubert und sicherlich keines der schlechtesten, leidet allerdings an der Krankheit vieler engagierter Frühwerke: einem Drehbuch, das den Namen nicht verdient. Dafür bedient sich Aubert reichlich bei Lynch, Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet, was unter dem Strich für jede Menge surrealer Albtraumbilder gut ist, quasi Takashi Miikes GOZU gepaart mit ?Akte X?-Paranoia, auch wenn die dazugehörige Story mit ihren seltsamen Hinterwäldlern, Doppelgängern und Geisterbräuten auf Dauer eher ermüdend als wirklich interessant ist. Mit all dem wird der für ein Weekly World News-artiges Magazin arbeitende Boulevardreporter Flavien Juste konfrontiert, als er in eine Kleinstadt geschickt wird, um zu ergründen, warum dort Menschen auf unerklärliche Weise verschwinden. Als schließlich auch sein Photograph abhanden kommt, nehmen die mysteriösen Ereignisse in der Stadt immer mehr zu, die außerdem mit der Vergangenheit des Boulevardreporters verknüpft zu sein scheinen. Aubert empfiehlt sich hier als Alejandro Jodorowsky fürs MTV-Zeitalter, aber man würde sich wünschen, dass das alles irgendwie mehr Sinn machen würde bzw. der Fluss der Handlung nicht nur aus verworrenen, sich krampfhaft mysteriös gebenden Einzelepisoden bestehen würde, die den Zuschauer dann mit der finalen Auflösung endgültig ausknocken. Man sollte Aubert definitiv im Auge behalten, auch wenn sein Debüt eine recht zwiespältige Angelegenheit ist und zu sehr darauf bedacht zu sein scheint, frühzeitig das Etikett ?Kult? ans Revers geheftet zu bekommen. |