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DER TEUFEL UND DIE ZEHN GEBOTE

(Frankreich/Italien, 1962)

DER TEUFEL UND DIE ZEHN GEBOTE (Concorde) von 1962 ist einer der letzten Filme Julien Duviviers, bevor er 1967 bei einem Autounfall starb. Den meisten dürfte er vor allem durch die ersten beiden ?Don Camillo?-Filme bekannt sein, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass hier Fernandel mitspielt, neben anderen bekannten französischen Darstellern wie Charles Aznavour, Alain Delon, Lino Ventura oder Louis de Funès. Trotz der hochkarätigen Besetzung ist LE DIABLE ET LES DIX COMMANDEMENTS aber eine recht unausgewogene Mischung, die sich nicht zwischen Humor und Ernsthaftigkeit bzw. pessimistischen Tönen entscheiden kann. Den Rahmen bildet eine Episode, in der ein reichlich grobschlächtiger älterer Mann in einem Nonnen-Kloster arbeitet und aufgrund seiner gottlosen Kommentare immer kurz davor steht, seinen Job endgültig zu verlieren, als er in dem Bischof, der gerade zu Besuch ist, einen alten Jugendfreund wiedererkennt. Und der will ihm in Folge die zehn Gebote erklären, die das Thema der folgenden Episoden sind. Erinnerte die Eingangsepisode, die am Ende noch mal aufgegriffen wird, an den Humor der ?Don Camillo?-Filme, wird der Ton zusehends bitterer, vor allem in der Episode, in der Aznavour als Priester den Tod seiner Schwester rächen will, die Lino Ventura drogensüchtig gemacht und zur Prostitution gezwungen hatte. Und Alain Delon muss am selben Tag erfahren, dass weder sein Vater noch seine Mutter seine leiblichen Eltern sind. In der Episode mit Fernandel, die in der ursprünglichen deutschen Fassung scheinbar nicht enthalten war ? sie läuft nur mit deutschen Untertiteln im französischen Original ?, spielt der einen Mann, der in ein kleines Dorf kommt, das völlig den Glauben an Gott verloren hat ? und scheinbar ist er genau dieser Herr. Oder auch nicht ... Louis DeFunes spielt dann noch einen glücklosen Bankräuber, der schließlich von dem Bankangestellten um sein Geld gebracht wird, den er vorher ausgeraubt hatte, wobei letztendlich beide nicht sehr viel davon haben. Zwischendurch schlängelt sich noch der Teufel in Gestalt einer Schlange durchs Bild, was aber ein wenig albern wirkt. Duviviers Film ist durchaus unterhaltsam und auch sehr schön gefilmt, aber hinterlässt keinen wirklich geschlossenen Gesamteindruck, wobei die Episoden für sich durchaus überzeugend umgesetzt wurden und auch tiefgründig genug sind, um nicht völlig zur Farce zu werden. Ebenfalls 1962 entstand übrigens auch der Episodenfilm LES SEPT PÉCHÉS CAPITAUX, wo sich u.a. Philippe de Broca, Claude Chabrol, Roger Vadim und Jean-Luc Godard der sieben Todsünden annahmen ? muss ein komisches Jahr gewesen sein. Auf der technisch einwandfreien DVD von Concorde findet sich als Bonus auch noch eine Episode, die nur in der deutschen Fassung enthalten war, warum auch immer.

 
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Thomas Kerpen 15.08.2006 Thomas Kerpen
 
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