WAS GESCHAH MIT HAROLD SMITH?
(UK/USA, 1999)
Eigentlich hätte man Peter Hewitts WAS GESCHAH MIT HAROLD SMITH? (Epix) von 1999 noch im dritten Teil unserer Punkfilme unterbringen können, aber letztendlich ist dessen unhomogene Mischung aus humorvoller Coming-of-age-Geschichte, Familiendrama und 1977er-Zeitkolorit zu unentschlossen, um bestimmte Songs auf dem Soundtrack und die Wandlung der 18-jährigen Hauptfigur Vince Smith vom Disco-Fan zum Punk als mehr als nur schmückendes Beiwerk wahrzunehmen. Zumal sich Hewitt irgendwann lieber dessen Vater Harold (Tom Courtenay) zuwendet, der im Fernsehen Uri Geller sieht und plötzlich entdeckt, dass er ebenfalls zu bestimmten Wundern in der Lage ist, wo der Film ins Phantastische abdriftet. WAS GESCHAH MIT HAROLD SMITH? ist dabei sogar streckenweise recht unterhaltsam, vor allem wenn David Thewlis als schnauzbärtiger Anwalt auftaucht, der Arbeitgeber von Vince und dann auch Anwalt der Familie, als die telekinetischen Fähigkeiten von Papa Smith zu weitreichenden Problemen führen und der plötzlich unter Mordverdacht steht. Die beste Szene des Films ist sowieso noch, als Dr. Peter Robinson, der Vater von Vinces Punkerinnen-Flamme, deren neunjähriger Schwester eine etwas ungewohnte, höchst anschauliche Lektion in Sexualerziehung erteilt. Es bleibt bei einigen guten Ansätzen, denn letztendlich reicht Hewitts oberflächliche Nostalgie und der irgendwie typisch britische Humor nicht, um aus dem unausgewogenen Drehbuch ein wirklich überzeugendes Familienporträt vor dem Hintergrund der späten 70er zu machen. Einer dieser Filme, wo weniger definitiv mehr gewesen wäre. |