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MAD CADDIES, WIL RIDGE, DAWSON'S CRACK

28.2.08, Bochum, Matrix

"Was ist, wenn du in der Matrix stirbst?", wird im Film gefragt und wenn ich mich an die MAD CADDIES in Bochums gleichnamigen Club erinnere, passt das Zitat wie die Faust aufs Auge. Der Veranstaltungsort, der sich durch mehrere stilvolle Gewölbe zieht, war bei den Kaliforniern so stark gefüllt, dass er nicht nur mich mit einem durchgeschwitzten Shirt strafte. Das war aber aufgrund drei toller Bands und der superben Stimmung nur gerechtfertigt. Fangen wir beim Opener DAWSON'S CRACK an. Die sieben jungen Männer aus "Schwalmtal Rock City" waren wieder einmal super, sehr professionell abgemischt und kamen mir noch "tighter" vor, als beim letzten Mal. Liegt bestimmt daran, dass man viel geübt hat für das Debüt "Silly Symphonies", das im April erscheint. Songs wie "Gone" oder "Butt pirates" sorgten für gute Stimmung. Zudem wurde Grönemeyer mit "Bochum" zitiert und Sänger Jakob trug fantastische Socken, die er oft und gerne präsentierte.
Wil Ridge, der auf seiner MySpace-Seite zumeist größtenteils Solo-Songs mit Western-Gitarre zum Besten gibt, trat live in Bandbesetzung auf und ist ein echter Geheimtip. Mit seiner ehrlichen Mischung aus Sänger und Songwriter in Genres wie Country, Blues und Folkrock hatte er zwar eher eine Exotenstellung in diesem Billing, überzeugte aber trotzdem das Publikum auf Anhieb. Mit ordentlich Blues in der Stimme, umgehängter Mundharmonika und schickem Unterhemd sah er aus und klang, wie eine Redneck-Ausgabe von Elvis und brachte somit einen tollen Kontrast ins Programm.
Bei den MAD CADDIES kann ja auch nichts schief gehen, die sechs Männer haben nicht nur eine Unzahl großartiger Hits in petto, sondern sind live immer humorvoll und agil, auch wenn das aktuelle Album "Keep It Going" anfangs den Eindruck erweckte, als seien sie "erwachsen" und etwas melancholischer geworden. Dem ist nicht so, der humorvolle Haufen weiß immer noch, die Fans zum Tanzen und zum oben erwähnten Schwitzen zu bringen. Zu loben ist, dass eine Spielzeit von mehr als neunzig Minuten eingehalten und rare Nummern wie "Bell tower" wieder ins Live-Set integriert wurden. Mit fairen 15 Euro im Vorverkauf konnte man also nicht nur die Matrix voll bekommen, sondern seinen guten Ruf weiter ausbauen. So ist schlussendlich niemand in der Matrix gestorben, ganz im Gegenteil.
Arndt Aldenhoven

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