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"Elektro" hier, "Elektro" da, "Elektro", ich könnte kotzen. "Elektro" ist alles. "Elektro" ist nichts. Jeder ist "Elektro". Und eigentlich haben die wenigsten eine Ahnung davon, was "Elektro" nun wirklich ist oder was "Elektro" zumindest sein soll. Ich persönlich bewege mich selbst im Kreis der Unwissenden und eigentlich möchte ich mich gar nicht noch intensiver mit diesem Quatsch beschäftigen. Dessen ungeachtet nehme ich es mir heraus, die für mich Böhmischen Dörfer mit brennendem Benzin zu vernichten. Denn in manchen Kreisen wird "Elektro" als das neue "Punk-Ding" angepriesen und scheint in "Punkerkreisen" neu aufzuleben. Jeder Affe hat inzwischen Musicmaker, Fruityloops oder Cubase zu Hause und meint, er müsste den Underground unter noch mehr Müll begraben. Über Inhalte ließe sich bei der Vielzahl der alten und neuen Szenefrüchtchen vielleicht reden, über unverschämte Gagen und Eintrittspreise nicht. Ich weiß nicht, ob Bands wie SAALSCHUTZ oder DER TANTE RENATE zu der Sorte Bands gehören, die für ein paar mittelmäßige Klänge Unmengen an Kohle verlangen, denn "Elektro" scheint meistens sein Geld "wert" zu sein: Booking-Agenturen nach der ersten Probe, dreistellige Gagen nach der zweiten Show und Kokainsüchte nach dem ersten Tape. Unfassbar, wie das alles stinkt! Der Abend mit den beiden oben genannten Bands konnte mich diesbezüglich nicht umstimmen. 10 Euro für das Abspielen von ein paar mittelmäßigen Beats empfinde ich einfach als überteuert. Auch wenn DER TANTE RENATE aka "Figuren-Justus Jonas" gelegentlich in die Gitarrensaiten gehauen hat, war sein Auftritt überflüssig und langweilig. Von SAALSCHUTZ habe ich mir wesentlich mehr erhofft. Die beiden Typen hinter dem Mischpult hatten weniger Ausstrahlung als eine Plastikpuppe ohne Face. Ab ging es auch nicht. Keine Power. Die Songs funzten null. Das Publikum schmeckte nach Opium. An der Bar trank ich nach den ersten Tracks lieber zwei heiße Pfefferminztees. Bitte lasst den traditionellen Noisecore wieder aufleben! Christoph Parkinson