THE CASTING OUT, THE DIE IS CAST, CAPTAIN'S DIARY
16.02.08 Bochum, Matrix
Es liegt viel Nostalgie in der Luft, als ich an diesem Samstag meinen Fuß in die Bochumer Matrix setzte: Nicht wenige machen mit ihren BOYSETSFIRE-T-Shirts klar, wen sie hier sehen wollen: Nathan und Josh von eben BOYSETSFIRE mit ihrer neuen Band THE CASTING OUT. Auf ihrer ersten Debüt-EP klingen die aber eher nach SAMIAM als nach modernem Hardcore. Mal sehen also, wie die Leute reagieren und vor allem, wie sich die Band verkauft. Wird es wieder genau so politisch, energisch und leidenschaftlich, wie man es von BOYSETSFIRE gewohnt ist? Oder wird es eher gemütlich und intim? CAPTAIN'S DIARY eröffnet mit seiner Gitarre eher intim, so in der "Einer gegen alle"-Manier. Dem Publikum gefällt es ... Noch ist der Sound ja auch gut. THE DIE IS CAST haben dagegen schon etwas mehr Pech mit dem typischen Matrix-Sound: Man hört nur Bass und Schlagzeug. Dennoch kann deren Sänger scheinbar ohne die Unterstützung seiner Melodieabteilung ordentlich Stimmung machen. Zumindest hat die Band Spaß. Nach einem kurzen Set und dem NEW END ORIGINAL-Song "Lukewarm", räumt die Bochumer Band das Feld, um Platz für THE CASTING OUT zu machen. Ihre Instrumente lassen sie aber stehen, schließlich müssen die Amerikaner ja auf irgendwas Musik machen, nachdem ihr gesamtes Zeugs irgendwo über den Wolken verschlampt wurde. Dies tut der wirklich guten Laune in der Band jedoch keinen Abbruch und auch die Freude im Publikum ist groß. Die Songs der selbstbetitelten EP werden gefeiert wie alte BOYSETSFIRE-Songs. Das mag daran liegen, dass sie live auch ähnlich rüberkommen. Alles ist hier schneller und vor allem noch druckvoller als auf CD. Aus Hits wie "Quixotes last ride" und "Your last novelty" werden hier Überhits und machen schon jetzt Lust auf das, laut Sänger Nathan, bald anstehende Album der Band. Dass nach ungefähr einer Stunde Spielzeit auch keine Zugabe mehr herausspringt, nimmt den sympathischen Amerikanern auch keiner Übel. Schließlich hat man heute Abend all das gehört und gesehen, weshalb man gekommen ist: Sie haben alle Songs ihres Debüts plus bestimmt noch sechs neue gespielt und Sänger Nathan ist noch ganz der Alte. Sebastian Wahle
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