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A WILHELM SCREAM auf ihrer ersten Headliner-Tour in Deutschland. Und die Chance auf ein Interview. Anwesenheitspflicht, sozusagen. Dieser Meinung waren noch circa 120 andere Menschen und meine alten Freunde Marco und Peer. RED LIGHTS FLASH aus Österreich betraten gegen 21:30 Uhr die Bühne und konnten mich nicht überzeugen. Dick aufgetragen und handwerklich nicht schlecht, aber tatsächlich mittelmäßiger Punkrock von den Grazern. Anschließend enterten A WILHELM SCREAM die Bühne. Entern bedeutet: sie eroberten diese handstreichartig und verwandelten sie binnen Sekunden in eine wilde Orgie aus reinster Energie! Es war unfassbar und ließ sowohl mich als auch einen Großteil der anderen Anwesenden erst einmal mit offenem Mund erstarren, so gewaltig war die Präsenz aller fünf Protagonisten. Bassist Brian Robinson geht als eine Mischung aus Karl Alvarez und Gene Simmons durch, ein perfekter Könner und Maniac. Die Gitarristen Trevor Reilly und Mike Supina bildeten ein bretthartes Duo, pausenlos in Bewegung, dazwischen tobte Sänger Nuno Pereira über die Bühne und Drummer Nick Angelini hielt das Ganze mit höllischer Geschwindigkeit und Präzision zusammen. Die Songs quer durch die Alben wurden perfekt gespielt, kombiniert mit der Action der Band (keine Sekunde Stillstand), war das der absolute Augen- und Ohrenschmaus. Die Pausen zwischen den Songs waren kurz und ich habe mich des Öfteren gefragt, wie die Band das durchhält. Nach ungefähr fünfzig Minuten und dem "Ruiner"-Hit "The king is dead" ging die Band von der Bühne, kam noch einmal für einen Song zurück und das war's - und es reichte. Ein sichtlich geplätteter Marco meinte, dies sei das beste Konzert der letzten soundsoviel Jahre gewesen, Peer ließ sich den Kommentar: "10 von 10 Punkten" entlocken und ich fasste das Erlebte noch spektakulärer zusammen, indem ich behauptete, ich hätte soeben die mitreißendste und krasseste Live-Band seit RKL im Jahr 1989 gesehen. Punkt. Aus. Stephan "Zahni" Müller