BEASTS OF BOURBON, PIERCED ARROWS,HIPPRIESTS
17.04.08 Berlin, Columbia Club
Nach diesem Konzert war mir klar, dass ich was aufzuholen hatte. Vor diesem Konzert kannte ich von den BEASTS OF BOURBON fünf, vielleicht sechs Songs. Danach war mir klar, dass das nie mehr reichen würde. Was sie live veranstalten würden, wusste ich auch nicht. Auch dass dieses Konzert eine von den wirklich seltenen guten Bandkombinationen sein würde, hatte ich am Anfang noch nicht gepeilt. Bei den HIPPRIESTS ist der Columbia Club erst mäßig gefüllt mit mäßig interessierten Menschen. Dieser schräddelige RAMONES-Punk ist leider einfach öde. Am meisten nerven aber die ellenlangen englischen Ansagen des Sängers nach jedem Song. Vielleicht soll das lustig sein, ist es aber eher nicht. Mir fällt ein, dass sie schon letztes Jahr bei DEAD MOON gespielt haben, und da haben sie mir seltsamerweise besser gefallen. Wo wir gerade bei DEAD MOON sind - die heißen jetzt quasi PIERCED ARROWS. Das beste Rock'n'Roll-Ehepaar der Welt, Fred und Toody Cole, war mit neuem Drummer vor vollem Haus am Start. Eigentlich ist alles genau wie früher, mit Schlagzeug vorn am Bühnenrand, dem jauligen Gesang und diesem knarzigen Gitarrensound. Man hat es also quasi mit DEAD MOON zu tun, nur dass keine alten Hits gespielt wurden, sondern neues Material. Einen alten Klassiker gab's dann doch, als Zugabe wurde "It's ok" gegeben und der gesammelte Rockerpulk dreht noch einmal komplett durch. Groß. Kurz später stehen dann fünf zerknautschte Australier auf der Bühne. Schande über mein engstirniges Haupt, dass mir nicht zehn Jahre früher klar, was das für eine Band ist. Sehen alle etwas, nun ja, verlebt aus, aber das dürfen sie mittlerweile wohl auch sein. Mit "Psycho" steigen sie ein und in dem dann folgenden Set tauchen sogar die mir bekannten fünf Songs auf. Wenn sich Punk und Blues in einer windschiefen Garage in Australien zum Saufen treffen, muss es wohl die von den Beasts sein. Tex Perkins zum Beispiel. Der ist einfach eine Bühnensau. Treibt seine Spielchen mit dem Publikum, während seine vier Kollegen ihm entspannt ein solides Fundament bauen. Wirft das gesamte Backstage-Catering von der Bühne, es regnet die ganze Zeit Obst und Süßigkeiten ins Publikum, scheißegal, ob da einer eine Orange an den Kopf kriegt. Auch das ganz groß. Kurz zusammengefasst, hatten wir also jede Menge unterhaltsamen dreckigen Rock'n'Roll sowie zwei legendäre Bands in einem Paket. Das nenne ich jetzt mal meine "Monsters of Rock". Timbob Kegler
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