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TRASHCAN DARLINGS

01.-03.05.08 Real Fucking Make-Up Tour

Ein halbes Jahr ist seit der Christmas-Show der TRASHCAN DARLINGS in Oslo vergangen und nun waren die fünf Norweger dank Manu (Booking) für eine Minitour in Deutschland zu Gast. Ich ließ es mir nicht nehmen, drei der vier Gigs zu besuchen, wobei sich später rausstellte, dass der letzte Gig ins Wasser gefallen war. Neben dem grandiosen Start am 1. Mai in Kassel im K-19 gab es am zweiten Tag noch ein richtiges Highlight, nämlich keine TRASHCAN DARLINGS-Show, sondern ein Live-Auftritt von STRANGE DOLLS. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Sideprojekt der beiden Ur-Darlings Strange? Gentle und Chris Damien Doll. Es war genialer Stoff, den die zwei, unterstützt von Frankie Nachtnebel an der Gitarre, geboten haben und wieder einmal haben sie ihre außergewöhnlichen Singer/Songwriter-Qualitäten unter Beweis gestellt.
Nun aber zum eigentlichen Thema unseres Ausflugs. Im Rahmen des VI. Darkness Over Hessen-Festivals traten neben NASTY RIOT, PASSAROUNDERS, und den ACCIDENTS auch die fünf Glam-Punks aus Oslo auf. Schon der Opener "Rocket Madonna" zeigte deutlich, dass die Jungs gut drauf und in bester Spiellaune waren. So ist es eben, wenn das eigene Land zu klein ist, oder besser gesagt, die Städte so weit auseinander liegen, dass eine Band nur selten zum Spielen kommt. Darum rocken sie um so lieber auf dem "Kontinent". Im Set ging es weiter mit meinem All-Time-Favourite "Criminal porn", der eine Glam-Hymne ohne Gleichen ist, und auch die zahlreich angereiste Turbojugend aus Hessen schien den Sound zu mögen und ging ordentlich mit. Es folgten "All the stories we could tell", "Playstation", "Sinister ride", "No fun without you" und wieder ein Klassiker: "Holiday in my head". Viele der alten Hits sind auch auf dem eben erschienenen Compilation-Album "Real Fucking Make-Up" zu finden und was liegt da näher, als tief in die Historie der Band zu greifen. Allerdings gab es auch zwei absolut neue Tracks. Zum einen das im typischen TRASHCAN DARLINGS-Gewand daherkommende "No hard feelings" und das nicht recht zum Sound der Band passende "Sick of war". Nicht nur die Musik ist etwas härter und rauher, auch der Text geht mit seinem Statement zum Thema Krieg eigene Wege. Aber das tut dem Ganzen recht gut, denn es bringt eine weitere Facette der Band zum Vorschein und wird mit Sicherheit viele begeisterte Zuhörer finden.
Die Bühnenshow war wie immer geprägt vom posenden Chris Damien Doll und dem Energiebündel Strange? Gentle. Auch am Outfit haben sie wieder prächtig gewerkelt und sich gekonnt zwischen den Bereichen Punk und Glam inszeniert.
Nach fünfzig Minuten hieß es dann auch schon "The last song" mit "Me punk you fuck", der sich immer mehr zum Höhepunkt eines jeden Konzerts mausert. Die Meute pogte und ganz ohne Zugabe ging es auch bei diesem Festival nicht. Hier griffen sie wieder einmal ganz weit in die Uraltkiste. Die erste Single "I just wanna die (On a chemical high)" und ein etwas neuerer Track, "From purity to pain", wurden vom Publikum noch einmal abgefeiert.
Als Fazit bleibt zu sagen: Noch immer gelingt es der Band live die Massen zu begeistern, und wer die Jungs jetzt leider nicht sehen konnte, der sollte sich zum Abrocken schon mal über die nächsten Termine informieren. Zum Ort des Geschehens möchte ich noch sagen, dass der Kulturpalast im Herzen der hessischen Landeshauptstadt ein supergeiler Laden ist, den durchaus auch mal Einwohner der umliegende Städten besuchen sollten.
Arnim Bohla

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