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PROPAGANDHI, KAFKAS,
RED TAPE PARADE, BIESTIG

09.08.08 Karlsruhe, Substage
Sieben Jahre waren sie nicht mehr in Deutschland. Und jetzt ohne neue Platte eine kleine Tour durch Europa. Sehr geil. Irgendwie war die Zeit zwischen Vorband Numero EinsZweiundDrei und PROPAGANDHI nochmals gefühlte sieben Jahre. Nix für ungut, dass ungesignte Bands randürfen. BIESTIG waren auch anfänglich ganz lustig. Zwei Mädels mit Gitarre/Gesang und Drums, die wütend reinhauen. Kann was werden. RED TAPE PARADE spielen angenehmen Hardcore, der sich noch nicht entscheiden kann, ob er von der Ostküste kommt oder dreckig aus Britannien. War gut, hatte Druck, aber so richtig mitgerissen hat es dann doch nicht. Noch schwerer hatten es die KAFKAS. Obwohl persönlich eingeladen vom Hauptact, blieb die Reaktion mau. Lag es wirklich nur daran, dass alle auf PROPAGANDHI warteten? Oder auch daran, dass ihr Deutschpunk vor 20 Jahren von zwei Dutzend Bands schon mal besser gemacht wurde? Beim Klischee-Reggae-Song war dann der ohnehin dünne Geduldsfaden gerissen und es ging raus an die frische Luft. Nach einer unendlich langen Pause dann endlich die kanadischen Polit-Punksters, die von der ersten Sekunde kräftig reinhauten. Alte Freunde gab es live zu erleben: "Fuck religion", "Less talk, more rock", "Fuck the border" und "Homophobes are just mad cuz they can't get laid". Dazu viele neue Songs, die auf das kommende Album schließen lassen: es wird härter. Zwischendurch immer wieder Ansagen, die die Lieder erklärten. Egal, ob es um staatlich sanktionierte Unterdrückung der kanadischen Ureinwohner geht oder alltäglichen Rassismus und Nationalismus, PROPAGANDHI sehen Missstände und schreien ihre Wut darüber raus. Und bekommen die Energie von den alle bekannten Songs laut mitsingenden Fans zurück. Noch einmal bitte und nicht erst wieder in sieben Jahren.
Matilda Gould

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